Vorabpauschale Gute Nachricht für Anleger

Dieses Jahr fällt der Steuerabzug auf Erträge noch geringer aus als 2018. Das liegt am von der Bundesbank errechneten niedrigen Basiszins.


TEXT: Daniel Evensen

Seit dem vergangenen Jahr werden Erträge von Investmentfonds mit der Vorabpauschale besteuert. Sie wird erhoben, wenn Fonds eine positive jährliche Wertentwicklung haben und keine oder nur geringe Ausschüttungen vornehmen. Damit will der Gesetzgeber sicherstellen, dass Anleger auch bei diesen sogenannten thesaurierenden oder teilausschüttenden Fonds einen Mindestbetrag versteuern.

Der zu versteuernde Ertrag orientiert sich bei der Vorabpauschale nicht an tatsächlichen Kursgewinnen, Dividenden oder Mieteinnahmen, sondern wird immer zu Jahresbeginn mit dem Basiszins ermittelt. Die Bundesbank berechnet diesen Zinssatz aus den langfristigen Renditen öffentlicher Anleihen. Wegen des Niedrigzinsumfelds ist aktuell auch der Basiszins ausgesprochen moderat. Für das Jahr 2018 betrug er 0,87 Prozent, für das Jahr 2019 hat die Bundesbank einen Basiszins von lediglich 0,52 Prozent ermittelt. Daraus ergibt sich eine noch deutlich geringere tatsächliche Steuerlast (siehe Beispiel unten).

Wichtig: Steuer ist erst fällig, wenn der Sparerpauschbetrag von 801 Euro für Ledige oder 1.602 Euro für Ehepaare überschritten wird. Und wenn Anleger ihre Fonds verkaufen, werden die bereits versteuerten Vorabpauschalen mit dem Veräußerungsgewinn verrechnet.

Nur wenige Fonds der Deka betroffen

Anleger müssen die Vorabpauschale aber nicht selbst berechnen und ans Finanzamt überweisen. Ob sie steuerpflichtige Erträge haben, ermittelt die depotführende Bank und führt die anfallende Steuer automatisch ab.

Aktuell sind nur wenige Fonds der Deka von der Vorabpauschale betroffen. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass die Deka ihr Fondsangebot vorausschauend auf die neuen Steuerregeln ausgerichtet und 2018 zahlreiche Fonds von thesaurierend auf ausschüttend umgestellt. Die Besteuerung erfolgt bei den umgestellten Fonds mit den Ausschüttungen – und dabei werden eventuelle Teilfreistellungen berücksichtigt: das sind steuerfreie Anteile an den Gesamterträgen bestimmter Fonds. Diese Anteile reichen von 15 Prozent (für Mischfonds mit mindestens 25 Prozent Aktienanteil) bis zu 80 Prozent (für Offene Immobilienfonds mit überwiegend ausländischen Immobilien).

Für die meisten Anleger der Deka ändert sich durch die Umstellung von thesaurierenden auf ausschüttende Fonds nichts. Im DekaBank-Depot werden die Ausschüttungen der Fonds automatisch wiederangelegt.

So wird die Fondssteuer eines Aktienfonds für 2019 berechnet

Angenommen der Kurs eines Aktienfonds steigt 2019 von 1.000 Euro zu Beginn des Jahres auf 1.040 Euro am Jahresende und der Fonds hat keine Ausschüttungen vorgenommen. Die Wertentwicklung ist positiv und damit wird eine Vorabpauschale fällig. Sie bezieht sich auf den Jahresanfangskurs von 1.000 Euro. Davon nimmt man 0,52 Prozent – also 5,20 Euro. Diese Summe wird nicht komplett fällig, sondern man multipliziert sie anschließend mit 0,7. Das Ergebnis in Höhe von 3,64 Euro wird als Basisertrag bezeichnet. Von ihm wird bei Aktienfonds eine Teilfreistellung in Höhe von 30 Prozent abgezogen. Die verbleibenden 2,548 Euro Basisertrag müssen nun mit der Abgeltungsteuer in Höhe von 26,375 Prozent (ohne Kirchensteuer) versteuert werden. Je Fondsanteil in Höhe von 1.000 Euro fallen in diesem Beispiel nur rund 0,67 Euro Steuer an.

Stand: 19.02.2019