Katers Welt Im Bann der Schutzzölle

Die internationalen Aktienmärkte standen unter dem Einfluss der protektionistischen Ankündigungen durch US-Präsident Donald Trump.


Eine Woche voller Politik: die internationalen Aktienmärkte standen vollständig im Bann der protektionistischen Ankündigungen durch US-Präsident Donald Trump. Ausgehend von den Vereinigten Staaten sollten erstmals nicht nur einzelne Länder bestraft werden, sondern mit dem Stahl- und Aluminiumsektor ganze Branchen durch neue Zölle geschützt werden. Die Angst vor einer Ausweitung der Handelshemmnisse durch sich aufschaukelnde Gegenmaßnahmen ließ die Aktienkurse zu Beginn der Woche noch einmal empfindlich einknicken. Aufgrund der politischen Reaktionen weltweit und in den USA selbst machte die US-Regierung im Laufe der Woche Konzessionen bei Ausnahmen von den geplanten Zöllen. Dies wurde an den Märkten als zumindest vorläufige Entwarnung vor einem weltweiten Handelskrieg gesehen, was in der zweiten Wochenhälfte eine Erholung in Gang setzte. Eine Rezession kann durch einzelne Zölle nicht ausgelöst werden. Die Diskussion fällt jedoch in ein Umfeld, in dem die Konjunktur sowieso etwas nachlässt und die Notenbanken weiter an Zinserhöhungen arbeiten. Alles zusammen erklärt die Schwankungen an den Börsen.

Nach den wichtigen Arbeitsmarktzahlen vom Freitag geht es in der kommenden Woche weiter mit Wirtschaftsdaten aus den USA. Die US-Inflation dürfte im Februar auf 2,3 Prozent ansteigen. Ausschlaggebend sind hierfür die Energiepreise. Dies sollte die Sorgen der Märkte vor weiteren Renditeanstiegen nicht dämpfen können. Weiterhin wird auch die Handelspolitik von den Marktteilnehmern aufmerksam verfolgt werden, insbesondere welche Ausnahmen nach der Ankündigung des Präsidenten zur Erhebung von Zöllen auf Stahl und Aluminium gemacht werden. Und Mitte der Woche werden die Einzelhandelsumsätze einen Hinweis darauf geben, wie die US-Verbraucher auf die Steuererleichterungen reagieren, die die Börsen in den vergangenen Monaten so stark bejubelt haben.

Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, dem Wertpapierhaus der Sparkassen; Stand: 10.03.2018