Katers Welt Ist das Sparkonto besser?

Wer sein Geld in Aktien anlegt, hatte 2018 erst mal wenig Grund zur Freude. Wertpapiersparer müssen Schwankungen ertragen – und werden dafür belohnt.


Das Kapitalmarktjahr 2018 enttäuschte. Nach dem schlechtesten Dezember in den Annalen der Börse stand am Ende des Jahres meist ein dickes Minus – beim Dax mehr als 18 Prozent. Bei den Anleihen lagen die Dinge nicht viel anders. Aufkommende Marktängste vor Zinsanstieg und Konjunkturabschwächung ließen die Kurse von Unternehmensanleihen sinken. Bundesanleihen hingegen zogen als Hort der Stabilität so viele Käufer an, dass die Preise stiegen. Alles in allem mussten aber selbst breit aufgestellte Wertpapierportfolios spürbare Abschläge hinnehmen.

Betrachtet man die Entwicklung jedoch auf etwas längere Sicht, sieht alles schon wieder anders aus. Anleihen erwirtschafteten in den Vorjahren deutliche einstellige Renditen und damit klar mehr als ein Sparkonto. Bei den deutschen Aktien lag die 10-Jahres-Entwicklung bei mehr als 5 Prozent pro Jahr.

„Wertpapiersparer werden längerfristig mit höheren Renditen belohnt.“Dr. Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank

2018 macht daher vor allem eines deutlich: wo die Unterschiede zwischen dem Zinssparen auf dem Sparkonto und dem Sparen an den Wertpapiermärkten liegen. Beim Sparkonto ist der Sparprozess präzise planbar. Da gibt es keine Überraschungen. An den Wertpapiermärkten schwanken dagegen die Bewertungen – und damit die Rendite. Alle Erfahrungen lehren jedoch, dass die Renditen an den Wertpapiermärkten im Durchschnitt mehrerer Jahre höher sind als die auf dem Sparbuch.

Die Schwankungen sind mithin der Preis für die höheren Renditen. Wenn das Aktienpaket eines Wertpapiersparers aufgrund von Konjunkturängsten oder anderen Gründen nach unten geht, ist ein Verkauf nicht sinnvoll, erst recht nicht, wenn damit Verluste realisiert würden.

Der Anleger bleibt also investiert und kommt so eine Zeit lang „an sein Geld nicht heran“. Genau für diesen Verzicht wird er mit über die längere Frist höheren Renditen als auf dem Sparkonto belohnt. In den vergangenen 30 Jahren brachten deutsche Aktien jährliche Erträge von knapp 9 Prozent – im Durchschnitt. Langfristige Anleger können an den Aktienmärkten also mit relativ sicheren Erträgen rechnen. Spekulieren tut derjenige, der mit einem Anlagehorizont von einem oder zwei Jahren in Aktien einsteigt.

Ein guter Teil der Kursrückgänge von 2018 wurde im Januar 2019 wieder aufgeholt. Das zeigt: kurzfristig an der Börse zu agieren, ist gefährlich. Wer im Abschwung kalte Füße bekam und verkaufte, bereute es einen Monat später möglicherweise schon wieder. Zwar kann die Konsolidierung an den Börsen noch anhalten. Denn die Probleme – vom Brexit bis zu den Unsicherheiten in der Konjunktur – sind nicht ausgeräumt. Irgendwann kommt es aber, wie es immer kommt. Aktuelle politische Themen treten in den Hintergrund, neue tauchen auf. In der Wirtschaft entwickeln sich neue Produkte und neue Unternehmen. All das trägt das weltweite Wachstum – und damit die Aktienmärkte.

Stand: 11.04.2019