5.12.2020 | KATERS WELT Jahresendrallye nicht mehr nötig

Kommt sie oder kommt sie nicht, die Jahresendrallye an den Aktienmärkten? Die Bedingungen für Unternehmenswerte bleiben auf jeden Fall sehr günstig.


Angesichts des mit dem November erfolgreichsten Börsenmonats aller Zeiten sind vielleicht eher einige Gewinnmitnahmen angezeigt, wie dies in dieser Woche am deutschen Aktienmarkt zu verzeichnen war. Doch selbst wenn die Marktteilnehmer ihr Pulver für dieses Jahr bereits verschossen haben sollten, sind die Aussichten positiv. Denn mit den weiteren Fortschritten bei der Impfstoffstoffzulassung rückt eine Normalisierung des wirtschaftlichen Lebens ganz allmählich näher.

In der Wirtschaftspolitik besteht darüber hinaus Einigkeit, die Stützungsprogramme noch eine Weile lang weiter laufen zu lassen, um die erreichten Erfolge nicht zu gefährden. Trotz aller verbliebenen Risiken ist die Zuversicht an den Finanzmärkten groß, dass die Wirtschaft die extremen Herausforderungen insgesamt meistern wird.

Der Arbeitsmarkt läuft

Wesentliches Ereignis der kommenden Börsenwoche ist die Sitzung des Zentralbankrates der Europäischen Zentralbank (EZB). Die neu vorgestellten makroökonomischen Projektionen dürften zeigen, dass die wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie noch lange nicht vorbei sind. Dies sollte durch die Produktionsdaten aus der deutschen Industrie untermauert werden. Entsprechend dürfte die EZB ihren Instrumenteneinsatz hochhalten. Um die geldpolitischen Impulse für Wirtschaft und Kreditmärkte noch für eine lange Zeit aufrechtzuerhalten. So sollte das Wertpapierkaufprogramm der EZB aufgestockt und verlängert sowie dem Bankensektor weitere langfristige Refinanzierung zur Verfügung gestellt werden.

Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank, dem Wertpapierhaus der Sparkassen.

Stand: 5.12.2020