Nachhaltige ETFS Klimaschutz fürs Portfolio

Trotz Coronakrise rückt das Thema Klimawandel wieder in den Fokus. Die EU nimmt die Unternehmen in die Pflicht, den Ausstoß von Treibhausgasen zu mindern. Mit neuen Klima-ETFs können Anleger am Anpassungsprozess der Wirtschaft partizipieren und den CO2-Fußabdruck ihrer Investments deutlich senken.


TEXT: Thomas Luther

Hitze, Dürreperiode oder Meeresspiegel – rund um den Globus werden immer häufiger neue negative Klimarekorde aufgestellt. Die Durchschnittstemperatur lag so in diesem Januar nach Angaben des europäischen Klimawandeldienstes Copernicus in Europa um 3,1 Grad Celsius höher als in der Referenzperiode von 1981 bis 2010. Die Europäische Union treibt daher das Thema Klimaschutz voran. Ende letzten Jahres haben sich die Staats- und Regierungschefs zur Klimaneutralität bis 2050 bekannt. In einem Zwischenschritt will die EU ihre Mitgliedsstaaten verpflichten, ihren CO2-Ausstoß bis zum Jahr 2030 um 50 bis 55 Prozent zu reduzieren. Dafür hat die Kommission eigens ein Klimaschutzgesetz auf den Weg gebracht.

Dass es der EU mit dem Klimaschutz ernst ist, zeigt sich auch am Coronahilfspaket. Von den vereinbarten 1,8 Billionen Euro sind 540 Milliarden Euro – und damit fast ein Drittel – unmittelbar für den Klimaschutz vorgesehen. Zudem sollen die Mitgliedsstaaten nur Hilfsgelder bekommen, wenn ihre Investitionsvorhaben im Einklang mit dem Pariser Klimaabkommen stehen. „All das zeigt, dass der regulative Druck auf die Unternehmen in den kommenden Jahren kontinuierlich steigen wird, ihre Geschäftsmodelle und Prozesse in Richtung Klimaschutz anzupassen und damit zukunftsfähig zu machen“, erläutert Georg Kayser, zuständig für den ETF-Vertrieb bei der Deka.

Neue Produktfamilie

Eine Möglichkeit, mit klarem Fokus auf den Klimaschutz und gleichzeitig hoch diversifiziert zu investieren, bieten jetzt die neuen börsengehandelten Klima-ETFs der Deka – die „Deka MSCI Climate Change ESG UCITS ETFs“. So sperrig der Name, so klar das Konzept, bei dem vor allem der CO2-Ausstoß der Unternehmen und dessen Reduzierung im Fokus stehen. Die ersten fünf Vertreter der im Juli dieses Jahres aufgelegten Produktfamilie decken die wichtigsten Anlageregionen Deutschland, Euro-Zone, Europa, USA und Welt ab. Dabei basiert der klimaorientierte Anlageansatz auf einem zweistufigen Prozess: Ausgangspunkt für jeden Klimawandel-ETF ist stets der jeweils korrespondierende Mutterindex von MSCI.

„Der Druck auf die Unternehmen steigt, ihre Geschäftsmodelle in Richtung Klimaschutz anzupassen.“Georg Kayser, ETF-Vertriebsmanager bei der Deka

Zum Beispiel stellt der MSCI World als Mutterindex das Ausgangsuniversum für den Deka MSCI World Climate Change ESG UCITS ETF dar. Daraus filtert MSCI in einem ersten Schritt diejenigen Unternehmen heraus, die mit Nachhaltigkeitskriterien nicht in Einklang zu bringen sind. So werden etwa Hersteller kontroverser Waffen, Betreiber von Atomkraftwerken, Tabakproduzenten sowie alle Unternehmen, die gegen die Prinzipen des UN Global Compact verstoßen, ausgeschlossen. Diese Prinzipien der Vereinten Nationen sehen unter anderem auch den Schutz der Menschenrechte und die Bekämpfung von Korruption vor.

Auch die Zulieferer sind im Blick

Für die verbleibenden Unternehmen berechnet MSCI einen selbst entwickelten Low-Carbon-Transition-Score (LCT-Score). „Mit diesem LCT-Score können vereinfacht gesagt die Risiken, aber auch die Chancen, die sich für Unternehmen aus dem Regulierungsdruck in Sachen Klimaschutz ergeben, bewertet werden“, erläutert Georg Kayser.

In die Bewertung gehen dabei nicht nur unternehmensspezifische Klimarisiken ein. Die MSCI-Experten analysieren zum Beispiel auch, wie viel Kohlendioxid in der Logistik und bei der Produktion durch Zulieferer ausgestoßen wird. Am Ende vergeben sie einen Wert zwischen eins und zehn. Eine eins als schlechtestes Resultat signalisiert, dass das Geschäftsmodell eines Unternehmens durch den anstehenden Anpassungsprozess in Richtung mehr Klimaschutz bedroht ist. Dagegen bekommen Konzerne, die von der steigenden Nachfrage nach kohlenstoffarmen Produkten und Dienstleistungen profitieren, den Top-Wert zehn. Jedes Unternehmen wird danach einer von fünf Kategorien zugeordnet. Das Spektrum reicht von Lösungsanbietern („Solutions“), über „neutral“ bis hin zur Kategorie „Asset Stranding“ – was so viel heißt wie „gestrandete Vermögenswerte“ und das drohende Ende eines Geschäftsmodells beschreibt.

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„Die Idee ist, dass die Climate-Change-Indizes, auf die sich unsere neuen ETFs beziehen, Unternehmen aus der Kategorie ‚Solutions‘ gegenüber dem Mutterindex höher gewichten und Klimaverlierer untergewichten“, so der Deka-Experte. „So erreichen wir im Vergleich zum Mutterindex in allen fünf ETFs eine Reduktion der Kohlendioxid-Emissionen von mehr als 50 Prozent, und das bei einer hohen Diversifikation“.

Bei der Umsetzung ihres Nachhaltigkeitskonzeptes verlässt sich die Deka nicht allein auf den Nachhaltigkeits- Filter des Indexbetreibers MSCI. „Im Interesse unserer Anleger betreiben auch wir für unsere passiven Fonds aktive Corporate Governance und nehmen deren Stimmrechte treuhänderisch auf den Hauptversammlungen der Unternehmen wahr“, hebt Kayser hervor. „Wir sind davon überzeugt, dass eine gute Unternehmensführung und nachhaltiges Wirtschaften der Schlüssel für den langfristigen Erfolg eines Unternehmens sind.“

Stand: 31.08.2020