Volkswirtschaft Realzinsfalle 2.0

Die Konjunktur blüht auf, die Wirtschaft schafft neue Stellen und die Aktienkurse klettern. Ein rundum erfreuliches Umfeld – würde es nicht auch die Inflation antreiben.


TEXT: Daniel Evensen

Nicht nur die Einkaufsmanager in den Unternehmen sprühen vor Optimismus, auch die Konsumenten haben gute Laune. Es wird wieder mehr investiert und konsumiert. Die Deka rechnet in Euroland für dieses Jahr mit einem Bruttoinlandsprodukt von 1,8 Prozent.
Die Kehrseite: Die Normalisierung der Wachstumsraten hat auch eine Normalisierung der Inflation zur Folge. Rohstoffe, Löhne und Produzentenpreise streben aufwärts, die Zeiten einer Teuerung nahe null scheinen passé zu sein. Im Mai lag die Inflationsrate in Deutschland bei 1,5 Prozent, für die Zukunft muss man mit Werten zwischen etwa 1,5 bis 2 Prozent rechnen.

Wenn die Preise steigen


Dagegen dürften die Leitzinsen und damit die Sparzinsen noch längere Zeit auf der Nulllinie verharren. EZB-Chef Mario Draghi hat bereits klargemacht, dass er die Belebung der Wirtschaft nicht als Anlass sieht, etwas an seiner Zinspolitik zu ändern. Er hält ein „außergewöhnliches Maß an geldpolitischer Unterstützung“ weiterhin für notwendig.

Der Warenkorb


Zinssparer kommen deshalb noch stärker unter Druck, denn Geldanlagen wie Tagesgeld oder Sparbriefe werfen weiterhin keine Zinsen ab. Und jetzt kommt noch der Wertverlust beim Vermögen durch Inflation hinzu.

Eine bewährte Möglichkeit, Renditen oberhalb der Inflationsrate zu erzielen, sind Investments in Wertpapiere. Es ist nicht sicher, ob sich die Aktienmärkte weiterhin so positiv entwickeln werden wie in den vergangenen Monaten. Rückschläge können nie ausgeschlossen werden. Doch langfristig haben vor allem die Aktienmärkte ein attraktives Renditepotenzial.